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Debatte - Aktuelle Nachrichten von WELT
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  1. Gregor Gysi hält ein militärisches Vorgehen von jeder Seite für falsch, schreibt er in einem Gastkommentar. Es reiche aber nicht, Russlands Forderung einer neuen Sicherheitsordnung kategorisch abzulehnen. Ein Krieg gegen Russland könne zur Vernichtung der Menschheit führen.
  2. Mit der bräsigen Aussage des Vizeadmirals Kay-Achim Schönbach zur Truppenstationierung an der russischen Grenze offenbart sich eine verbreitete Haltung in Deutschland. Die politische Realität sieht anders aus. Vielleicht kommt der Vorfall deshalb gerade rechtzeitig.
  3. In der Wahl von Friedrich Merz zum Parteichef sehen manche CDU-Mitglieder schon eine Rückkehr zu einem konservativeren Kurs. Dabei hat Merz längst eingesehen, dass es eine gute Mischung mit liberaleren Tendenzen braucht. Den Bruch mit Merkel muss er trotzdem vollziehen.
  4. Allzu spät hat Deutschland damit angefangen, die letzten noch lebenden Täter des NS-Apparates vor Gericht zu stellen. Doch die Strafen fallen meist milde aus, und den Angeklagten wird nicht einmal zugemutet, ihr Gesicht öffentlich zu zeigen. Dabei darf es nicht bleiben.
  5. Die jüngsten Enthüllungen über Missbrauch in der Kirche beschämen mich als gläubigen Katholiken. An tiefgreifenden Reformen führt kein Weg vorbei. Wahr ist aber auch: Ohne Kirche und Christentum würde Europa seine Seele verlieren. Dazu müssen wir stehen – gerade jetzt.
  6. Nicht alle, die gegen die Corona-Politik auf die Straße gehen, sind Rechtsextreme. Manche machen sich schlicht Sorgen um unsere Demokratie. Dafür gibt es Gründe: von der willkürlichen Definition des Impfstatus bis zur Verbannung gesunder Abgeordneter aus dem Plenarsaal.
  7. Bei der letzten Bundestagswahl entschieden sich viele Jungwähler für die Liberalen, weil die versprachen, ein Bollwerk gegen den staatshörigen Zeitgeist zu sein. Nach den ersten Wochen der Ampelkoalition ist die Ernüchterung groß.
  8. Im dritten Anlauf ist Friedrich Merz am Samstag zum CDU-Chef gewählt worden. Um die Neuaufstellung der Partei zu vollenden, muss er jetzt auch nach dem Fraktionsvorsitz greifen. Kein Parteichef vor ihm hatte so viel Legitimation vorzuweisen.
  9. Nach dem Fall der Mauer schien es, als könne Russland ein Teil des Hauses Europa werden. Aber unter Putin kehrte es zurück zu seiner imperialen Tradition. So ehrenwert und mutig die Bemühungen von Außenministerin Baerbock sind, auf ihrem Wege wird man Russland nicht Paroli bieten können.
  10. „Eine Bilanz des Schreckens“ – so wird das Gutachten zu den Missbrauchsskandalen in der katholischen Kirche beschrieben. Auch Papst Franziskus ist involviert, denn er zeigte bisher Nachsicht mit den Verantwortlichen. Wie der Vatikan auf das Gutachten reagiert, ist nun entscheidend.