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Debatte - Aktuelle Nachrichten von WELT
  1. Heinrich Böll äußerte einst Verständnis für RAF-Terroristen. Uwe Tellkamp, der sich Gedanken der rechtsextremen Szene nähert, tut dergleichen nicht. Warum wird er anders behandelt als der Literaturnobelpreisträger?
  2. Die Verachtung für die Landpomeranzen ist immer noch immens. „Da draußen“ wird die Wurzel allen Übels verortet, die Schuld für das Abdriften nach rechts. Wann endlich hören Städter auf, sich für die Krone der Schöpfung zu halten?
  3. Der grüne Ministerpräsident erklärt die Beherrschung der deutschen Rechtschreibung zur Nebensache – es gebe ja „kluge Geräte“. Kretschmann zeigt eine Denkfaulheit, die zu bedrohlich ist, um sich lustig zu machen. Sie steht für eine verbreitete Neigung in der Politik.
  4. Der Flüchtlingsdeal mit der Türkei mag hoch umstritten sein – aber er ist die beste Lösung in der Migrationspolitik, die es derzeit gibt. Denn auch heute ist die EU weit von einem Kurs entfernt, der die humanitäre Katastrophe in Griechenland beenden kann.
  5. Der Liberalismus verfügt über kein geschlossenes Weltbild. Das erweist sich als seine große Stärke. Glaubwürdig werden die Liberalen aber erst durch ihre Kraft zur Empathie. Ein echter Liberaler kann nicht ruhig bleiben, wenn elementare Rechte bedroht sind.
  6. Weil man sich nicht festlegen will, gibt man erst einmal eine Studie in Auftrag. Die soll klären, wie sich alles in den Niederlanden ausgewirkt hat.
  7. In der Debatte über ein Tempolimit auf Autobahnen hat der ADAC seine jahrzehntelange ablehnende Haltung aufgegeben. Den verbotsgierigen Kommentatoren der bekenntnisgrünen Mainstreammedien geht das natürlich nicht weit genug.
  8. Demokratie lebt vom freien Spiel der Debatten. Deshalb kennen wir keine staatlichen Repressionen gegen unliebsame Ansichten. Dass Andersdenkende dennoch sanktioniert werden, liegt an den Richtern in der Bevölkerung. Mancher ist ein verbaler Scharfrichter.
  9. Der Potsdamer Bürgermeister will mehr Migranten aus dem Mittelmeer in seiner Stadt aufnehmen – die Bundesregierung müsse dies ermöglichen, fordert er. Was das über sein Demokratieverständnis verrät.
  10. Eine „Tagesschau“-Kommentatorin bezeichnet das Gedenken an die Befreiung von Auschwitz als „Privatparty“ der Israelis. Das ist ekelhaft, denn letztlich relativiert die ARD-Journalistin damit den Holocaust.